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Press Release

11. April 2019

Vergiss Fitnessstudio und Home-Office

Was junge Jobsuchende von ihrem Arbeitgeber erwarten und was Firmen ihnen bieten, passt oft nicht recht zusammen. Die interaktive IT-Session B2 Parship lotete im Publikum aus, was dem Nachwuchs wirklich wichtig ist. Geantwortet wurde per Smartphone – um ein aufrichtiges Stimmungsbild zu bekommen.

Zwei Bernhards als Moderatoren und eine Kernfrage: Wie finden Arbeitgeber mit coolen Jobs und Studienabgänger oder Wechselwillige in der digitalen Gesundheitsbranche zusammen? Am besten indem man die Bedürfnisse versteht – in diesem Fall der jungen Menschen, denn IT ist eindeutig ein Arbeitnehmermarkt. Heraus kam ein neues Format auf der DMEA: B2 Parship. Bernhard Calmer, Director Business Development der Cerner Health Services Deutschland GmbH, und Prof. Dr. Bernhard Breil, Professor für Gesundheitsinformatik an der Hochschule Niederrhein, stellten den jungen Leuten im Hub der Halle 1.2 jede Menge Fragen. Diese antworteten per App – und das oft in eindeutiger Tendenz.

Zunächst fragten die beiden Moderatoren ab, wer da eigentlich vor ihnen saß. Knapp die Hälfte waren Studierende, die andere Hälfte setzte sich zu ähnlichen Teilen aus Vertretern der Industrie, Ärzten und Wissenschaftlern zusammen. Überwiegend gehörten die Teilnehmer den Generationen Y und Z an, von den älteren Generationen X und Babyboomer waren eher wenige vertreten. Die meisten zog es in die Session, weil sie einen coolen Job suchten. Viele gaben an, sie hätten schon einen coolen Job. Einen coolen Job zu bieten hatte dagegen nur ein Teilnehmer.

Was wäre denn ein cooler Job? Worauf haben die Teilnehmer Lust? Für die meisten war es der Computer, knapp dahinter folgte die Work-Life-Balance und dann zu gleichen Teilen: „Menschen“, „Sinn“ und „Sensation“. Was sich in der Fragestellung launig anhörte, spiegelte sich kurz darauf auch in der offenen Befragung: Was macht für dich einen coolen Job aus? Die Top-3-Antworten waren Abwechslung, Anerkennung, Herausforderung.

Und um das Bild noch zu schärfen, waren im nächsten Schritt alle aufgerufen, vorgegebene Attribute zu priorisieren – und siehe da: Ganz oben standen „Nette Kolleginnen und Kollegen“, dicht dahinter „Sinn-Stiftung“, „Work-Life-Balance“ und „Ich kann was lernen“. Geld und Location landeten im Mittelfeld. „Home Office“, „Reputation“, „Ruhm und Ehre“ interessierten weniger, und ein Fitnessstudio im Unternehmen so ziemlich gar keinen.

Was mir sonst noch wichtig ist, wollten die Moderatoren von ihrem Publikum wissen und gaben vier Antworten vor: Gibt’s im Unternehmen auch Frauen? – was einen Wert von 3,6 auf der Skala von 1 bis 6 erreichte. Gibt es Frauen in Führungspositionen? kam auf 3,3. Gibt es Partys? erreichte die Note 2,9. Geht man mit Kollegen regelmäßig in die Sauna? (was früher gar nicht unüblich war, wie Bernhard Cremer, Jahrgang 1963, beteuerte) kam nur auf 1,9.

Tiefgründiger wurde es dann wieder gegen Ende. Auf: Was kannst du besser als andere? kamen Stichworte wie „aufräumen“, „vernetzen“, „zuhören“, „coachen“, „Kreativität“, „Programmieren“, „für Themen begeistern“. Noch aufschlussreicher war die Frage „Das würde ich für Geld niemals machen“. Eine Auswahl der Antworten: betrügen, lügen, Müll verkaufen. Meine Überzeugung aufgeben, mein Privatleben aufgeben, 60 Stunden pro Woche arbeiten. Langweilige Aufgaben.