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Press Release

11. April 2019

Wie wichtig ist die Gesundheits-IT für die deutsche Wirtschaft?

Die digitale Gesundheitsbranche gilt als dynamisch. Doch wie groß ist ihre wirtschaftliche Bedeutung in Deutschland wirklich? Der Bundesverband Gesundheits-IT  – bvitg e.V. wollte es genau wissen und stellte im Rahmen der DMEA 2019 die erste ökonomische Branchenanalyse für die Healthcare-IT vor.

Die Ergebnisse der Untersuchung präsentierte Benno Legler, Forschungsfeldleiter Gesundheitswirtschaft beim unabhängigen Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR, im Rahmen des Panels „David oder Goliath? Der ökonomische Fußabdruck der Gesundheits-IT-Branche“, das von Martina Götz, Leitung Marketing Kommunikation DACH, Agfa HealthCare GmbH, moderiert wurde. Neben amtlichen Statistiken floss auch eine bvitg-Mitgliederbefragung in die Erhebung ein. „Verglichen mit der gesamtenGesundheitswirtschaft, die in Deutschland mit mehr als sieben Millionen Beschäftigten und einem Anteil von zwölf Prozent an der Gesamtwirtschaft zu einer der wichtigsten Branchen zählt, ist die Digital-Health-Branche tatsächlich ein David“, stellte Benno Legler fest. Laut der Studie erzielt die Branche eine Wirtschaftsleistung von 1,7 Milliarden Euro und beschäftigt 18.600 Menschen. Überdurchschnittlich sei allerdings, verglichen mit anderen Branchen, das jährliche Wachstum von 4,3 Prozent.

Ministerialdirektor Harald Kuhne, Leiter der Zentralabteilung im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, bezeichnete die Health-IT vor diesem Hintergrund als „Pacemaker für den Rest der Branche“. Er räumte aber auch ein: „Verglichen mit anderen Ländern ist Deutschland im Gesundheitswesen unterdigitalisiert.“ Ein Grund dafür seien die häufig knapp finanzierten Krankenhäuser, die digitale Experimente scheuen, aber auch die eher vorsichtige Gesetzgebung. Er zeigte sich jedoch optimistisch, dass sich unter dem aktuellen Gesundheitsminister einiges bewegen werde, zum Beispiel was neue Erstattungsmodelle angehe.

Andreas Kassner, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des bvitg e. V., betrachtete die Studie als Momentaufnahme der Branche und sei wichtig für die Zielrichtung des Verbandes. Von der Politik wünschte er sich einen Abbau von Regularien. „Da viele unserer Mitglieder international aufgestellt sind, wünschen wir uns von der Politik Unterstützung bei der europäischen Vernetzung“, sagte er. Um Fachkräfte auch für neue Bereiche wie die Künstliche Intelligenz auszubilden, brauche es entsprechende Ausbildungs- und Studiengänge. Ministerialdirektor Harald Kuhne sprach in diesem Zusammenhang auch das Thema gezielter Zuwanderung von Fachkräften an, wo zunehmend Hürden durch die Politik abgebaut werden müssten. Martina Götz resümierte: „Noch handelt es sich bei der deutschen Health-IT um einen David, doch in ihr steckt viel Potential, das in den nächsten Jahren noch deutlicher zutage treten wird.“